Bayern 2

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ZirbelkieferVon Bäumen und Wäldern Die Zirbelkiefer Ein Baum des Hochgebirges Der Mittelwald Eine historische Waldbauform Das Kalenderblatt 25.1.1878 Weltweit erstes Fernsprechvermittlungsamt in Betrieb genommen Von Christiane Neukirch Die Zirbelkiefer - Ein Baum des Hochgebirges Autorin. Claudia Steiner / Regie: Zirbelkiefer, Zirbe, Arve - der Baum des Hochgebirges hat mehrere Namen. Er gehört zur Familie der Kieferngewächse und ist vor allem in Teilen der Alpen und in den Karpaten verbreitet. Die Zirbelkiefer kann Kälte und Trockenheit trotzen und steht in Höhen bis zu 2.500 Metern. Zirben wachsen sehr langsam und werden nur bis zu 25 Meter hoch. Allerdings können die Bäume mit bis zu 1.000 Jahren sehr alt werden. Eine besondere Verbindung besteht zwischen dem Tannenhäher und der Zirbe. Tannenhäher ernähren sich hauptsächlich von Zirbelsamen und legen für den Winter Vorräte an. Einen Teil ihrer Depots finden die Vögel nicht wieder - so wachsen aus den vergessenen Samen neue Zirben. Aufgrund des ätherischen Öls duftet Zirbenholz selbst nach Jahren noch intensiv, deshalb ist es ein gefragtes Material für Schlafzimmermöbel und Wirtsstuben. Auch sehr beliebt: der Zirbenschnaps. Dafür werden die Zapfen in dünne Scheiben geschnitten und mit Alkohol angesetzt. Der Mittelwald - Eine historische Waldbauform Autorin: Nora Kaltenbeck / Regie: Es ist in Deutschland ein seltener Anblick geworden: Mächtige Laubbäume, vor allem Eichen, mit ausladenden Kronen, die sich im weiten Abstand über kleinere strauchähnlich wachsende Bäume erheben. So sieht der sogenannte Mittelwald aus. Er war bis ins 19. Jahrhundert eine typische Form der Waldbewirtschaftung in Deutschland und ist seit dem Mittelalter belegt. Bei dieser Bewirtschaftung des Waldes dienen die hohen Bäume als Bauholz, alle Bäume dazwischen werden etwa alle 30 Jahre für Brennholz geschlagen. Nach dem Einschlag treiben sie aus den Wurzelstöcken wieder aus. So entsteht lichter Wald, der nicht nur den Menschen nutzt, sondern auch seltenen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum bietet: Schon vor hunderten Jahren war das ein erster Schritt zur Nachhaltigkeit, um die ungeregelte Nutzung, Kahlschlag und Übernutzung der Wälder zu verhindern. Heute ist nicht einmal mehr ein Prozent des Waldes in Deutschland Mittelwald - die Restwälder liegen vor allem in Franken. Besonders häufig wird der Wald hierbei als sogenannter Rechtlerwald bewirtschaftet, also in genossenschaftlicher Nutzung. Die "Bäuerlichen Gemeinschaftswälder" im Steigerwald sind seit 2018 Immaterielles Kulturerbe Bayern. Moderation: Birgit Magiera Redaktion: Matthias Eggert
Freitag 09:05 Uhr

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BR-Klassik

Das Musik-Feature

Bayerischer RundfunkZwischen Kulturmedium und Dudelfunk 70 Jahre Bayerischer Rundfunk - 95 Jahre Musik im Radio Von Werner Bleisteiner Wiederholung am Samstag, 14.05 Uhr Der BR feiert sein 70-jähriges Bestehen. Zugleich gibt es ein weiteres Jubiläum: Am 30. März 1924 ging der Vorläufer des Bayerischen Rundfunks, die "Deutsche Stunde in Bayern", zum ersten Mal auf Sendung - als dritter Sender des "Unterhaltungsrundfunkdienstes", wie es ursprünglich hieß, nach dem Berliner "Vox-Haus" und dem Sender in Leipzig. Von Anfang an spielte hier die Musik. Sie war schon immer ein Katalysator. Und noch heute definieren sich Radioprogramme vorwiegend durch Musik. Aber auch umgekehrt hat das Radio die Musikgeschichte beeinflußt. Vor allem die Entwicklung der Zeitgenössischen Musik in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg wäre ohne die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten sicher ganz anders verlaufen. Das Feature von Werner Bleisteiner beleuchtet diese Wechselbeziehung.
Freitag 19:05 Uhr

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Deutschlandfunk

Das Feature

Julius LipsExpeditionen (4/4) "Der Wilde schlägt zurück!" Julius Lips, Pionier der Völkerkunde Von Berit Hempel Regie: Matthias Kapohl Produktion: Dlf 2019 Köln 1931. Zum 25-jährigen Bestehen des ethnologischen Rautenstrauch-Joest-Museums plant Direktor Julius Lips eine ganz besondere Ausstellung: ,Der Weiße im Spiegel der Farbigen" . Ein kühnes Projekt, das zum Scheitern verurteilt ist. Der Ethnologe wollte darstellen, wie indigene Künstler aus den Kolonien den Europäer sehen, in Bildern und Skulpturen: ein Soldat als Schreckfigur gegen böse Geister mit aufgerissenen Mund und echten Schweinezähnen, Königin Victoria als rundliche Holzskulptur mit Krone und Kette. Doch unter dem aufkommenden Nationalsozialismus muss Lips umplanen und zeigt stattdessen ,Masken der Menschheit" . Erst Jahre später, im amerikanischen Exil, veröffentlicht er in dem Buch ,The Savage hits back" Europäerdarstellungen aus fast der ganzen Welt. Lips wagte zu Zeiten von Rassentheorien und Herrschaftsdenken den Blickwechsel. Dennoch ist er auch heute noch umstritten, als Person und als Antifaschist. Das Feature beschreibt den damaligen Perspektivwechsel, schlägt den Bogen zur Gegenwart und blickt mit Menschen aus Asien und Lateinamerika auf die Kunst ihres Landes im europäischen Museum. "Der Wilde schlägt zurück!"
Freitag 20:10 Uhr

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Deutschlandfunk Kultur

Lange Nacht

Stewart ChamberlainBrückenschlag von Wagner zu Hitler? Eine Lange Nacht über den Sozialphilosophen Houston Stewart Chamberlain Von Sven Brömsel Regie: Stefan Hilsbecher Der Sozialphilosoph Chamberlain (1855 - 1927) ist heute vor allem als Schwiegersohn Richard Wagners, Bayreuther Ideologe und Vordenker Hitlers bekannt. Unbekannt sind seine freundschaftlichen Beziehungen zu Intellektuellen jüdischer Herkunft. Seine Bücher wurden geradezu gefeiert, gehörte doch der Autor zu den wirkungsmächtigsten Publizisten der Wilhelminischen Epoche. Erstaunliche Konstellationen zwischen Rassentheorie, Kulturreform, Kunst und Wissenschaft werden in einer Zeit lebendig, in der sich antisemitische und zionistische Anschauungen konsolidierten, revolutionär Konservative auf avantgardistische Künstler trafen und sich reformbewegte Sonnenanbeter gleichzeitig links- und rechtspopulistisch orientierten. Das Feature zeigt Chamberlain als Schlüsselfigur in der kulturellen Szene Wiens und Bayreuths zwischen 1890 und 1920 - im feingeistigen Austausch mit jüdischen Intellektuellen wie dem Dirigenten Hermann Levi, dem Wirtschaftsmagnaten, Politiker und philosophischen Autor Walther Rathenau sowie dem Publizisten Karl Kraus. In dieser ,Langen Nacht" wird eine verzweigte Intellektuellen- und Ideengeschichte um 1900 aufgeschlagen, die die lange Vorgeschichte des Dritten Reiches erzählt.
Samstag 00:05 Uhr

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