WDR5

Dok 5 - Das Feature

Der Fall, der keiner war Wie ein polnischer Arbeiter beinahe Recht bekommen hätte Von Frank Shouldice Ein polnischer Arbeiter verklagt ein internationales Arbeitsvermittlungsunternehmen, für das er tätig war. Das Urteil hätte Auswirkungen auf das Arbeitsrecht in der gesamten EU. Das einzige Problem: Der Arbeiter weiß nichts von seiner Klage. Angenommen, Sie gehen gerichtlich gegen ihren Arbeitgeber vor. Schon in der ersten Instanz werden Fragen berührt, die eine Auslegung europäischen Rechts erfordern - der Fall wird dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg vorgelegt. Da die Entscheidung des Gerichtshofs in allen Mitgliedstaaten Präzedenzwirkung hätte, geben gleich acht EU-Länder, darunter Irland, Stellungnahmen ab. Schließlich würde das Urteil Millionen Arbeitnehmer in ganz Europa betreffen. Es geht um ausstehende Sozialversicherungsbeiträge, die dem polnischen Arbeiter Bogdan Chain nun fehlen. Und um die irische Leiharbeitsfirma Atlanco Rimec, die die unterschiedlichen Beitragssätze in der EU geschickt ausnutzt. Der Mann, dessen Name beinahe europäische Rechtsgeschichte geschrieben hätte, weiß bis heute nicht, wie ihm geschah. Aufnahme WDR/RTÉ Ireland 2017
Freitag 00:05 Uhr

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Bayern 2

radioWissen

WasserkraftSonnenstrom Photovoltaik und ihre leuchtende Karriere Die Ökobilanz der Wasserkraft Wenn Flüsse nicht mehr fließen können Das Kalenderblatt 21.6.2006 Die Single "Suzumiya Haruhi no Tsumeawase" wird in Japan veröffentlicht Von Isabella Arcucci Sonnenstrom - Photovoltaik und ihre leuchtende Karriere Autor: David Globig / Regie: Sabine Kienhöfer Schon weit über eine Million Photovoltaikanlagen liefern in Deutschland umweltfreundlichen Solarstrom und decken so einen wichtigen Teil unseres Strombedarfs. Das sich Licht direkt in elektrische Energie umwandeln lässt, hatten Forscher schon im 19. Jahrhundert zufällig bei Experimenten bemerkt. Doch erst lange Zeit später gab es praktische Anwendungen für die Photovoltaik - z.B. in der Raumfahrt. Als 1958 der zweite amerikanische Satellit in eine Erdumlaufbahn startete, lieferten Solarmodule den Strom für die Bordelektronik. In den folgenden Jahren gelang es den Wissenschaftlern, immer leistungsfähigere und preisgünstigere Solarzellen zu entwickeln. Damit wurde der Sonnenstrom auch für die Allgemeinheit interessant. Förderinitiativen wie das deutsche "100.000-Dächer-Programm" verhalfen der Photovoltaik dann endgültig zum Durchbruch. Heute ist Solarstrom ein entscheidender Baustein für die Energiewende. Die Ökobilanz der Wasserkraft - wenn Flüsse nicht mehr fließen können Autor: Marko Pauli / Regie: Marko Pauli Der Fluss hat eine starke poetische Kraft. Er zieht dahin wie die Zeit, verändert sich stetig und steht niemals still. Doch hierzulande stimmt das in vielen Fällen nicht mehr: Im Durchschnitt steht in deutschen Flüssen alle tausend Meter ein sogenanntes Querbauwerk. Solche Wehre, Staustufen oder Wasserkraftanlagen verhindern oft die lebensnotwendige Wanderschaft von Fischen und sorgen so für eine Verringerung der Artenvielfalt. Ein frei fließender Fluss transportiert zudem Sedimente ins Meer und ist fähig, sich selbst zu reinigen. Wird er zum Stehen gebracht, verschlechtert sich die Wasserqualität. Die Querbauwerke zählen zu den Hauptgründen, warum etwa 90 Prozent der deutschen Flüsse in keinem gutem Zustand sein sollen. Verschiedene Organisationen setzen sich für die Beseitigung nicht mehr benötigter Querbauwerke ein. Insbesondere Kleinwasserkraftwerke sind stark in die Kritik geraten. Sie erzeugen vergleichsweise wenig Energie, greifen jedoch stark ins jeweilige Ökosystem ein. Dennoch erwarten Experten weltweit eine Zunahme der kostengünstigen und leicht zu wartenden Kleinwasserkraft. Wissenschaftler arbeiten daran, sie umweltfreundlicher zu machen. Moderation: Redaktion: Matthias Eggert
Freitag 09:05 Uhr

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BR-Klassik

Das Musik-Feature

jacques offenbachZum 200. Geburtstag von Jacques Offenbach(VI) Der Orpheus vom Rhein Oder: Wie Jacques Offenbach die Operette erfand Von Dagmar Penzlin Wiederholung am Samstag, 14.05 Uhr Wie wenige andere Komponisten wusste Jacques Offenbach, mit Klängen und Rhythmen, mit Wiederholungen und Motiv-Spielereien mitzureißen und zu spotten. Ob Einakter oder abendfüllendes Stück - seine Operetten bürsteten das damalige Musiktheater gegen den Strich beziehungsweise erfanden das Genre neu. Zugleich spiegelte sich das Zweite Kaiserreich Frankreichs in Offenbachs Werken wider - nicht selten mit satirischen Zügen. Ob "Orpheus in der Unterwelt", "Die schöne Helena" oder "Die Großherzogin von Gérolstein" - Jacques Offenbach und seine Textdichter spießten in diesen und anderen Operetten menschliche, allzumenschliche Abgründe und Schwächen auf. Jacques Offenbachs Karriere als Musikdramatiker lief erst schleppend an. Der gebürtige Kölner, Sohn eines jüdischen Kantors, musste sich im Pariser Musikleben seinen Platz erkämpfen: vom Cello-Studenten, später Cello-Virtuosen hin zum erfolgreichen Intendanten und gefragten Musikdramatiker. Der Liebhaber von schönen Frauen, Glücksspiel und Zigarren arbeitete wie besessen. Noch auf seinem Sterbebett beschäftigte den Workaholic sein letztes Werk, die Oper "Hoffmanns Erzählungen". Was fasziniert uns heute, im Jahr seines 200. Geburtstags, an Offenbachs Werk? Auch ein genauerer Blick auf seine Cello-Kompositionen lohnt.
Freitag 19:05 Uhr

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Deutschlandfunk

Das Feature

nazi-kitschPanzer, Pferde, Patrioten Der unheimliche Reiz von Nazi-Kitsch und -Kriegsgerät Von Tom Schimmeck Regie: Matthias Kapohl Produktion: DLF 2016 Briefe, Orden, Uniformen, Kriegsgerät und Nazikunst sind gefragt. Auf Auktionen, Flohmärkten und in den Weiten des Internets erzielen Devotionalien des Dritten Reiches Höchstpreise. Wer interessiert sich dafür und warum? Manchmal stoßen Fahnder in deutschen Kellern und Scheunen auf rostige Panzer, tonnenschwere Statuen und Kunsttrümmer, die einst für die Welthauptstadt Germania gefertigt wurden. Selbst Postkarten-Kitsch des mittellosen Straßenmalers Adolf Hitler verkauft sich prächtig. Hitler, der zweimal versuchte, Aufnahme an der Wiener Kunstakademie zu finden, soll Tausende Motive gemalt haben, um sich in Wien und München über Wasser zu halten. 2013 zahlte ein Sammler 133000 Euro für ein kleines München-Motiv (Standesamt und Altes Rathaus München). Im Juni 2014 ging ein Hitler-Aquarell von Schloss Neuschwanstein für 100000 Euro an einen chinesischen Fan. Worin besteht der Reiz eines echten Hitlers? Warum steht eine Widmung von Joseph Goebbels mit 700 Euro im Katalog? Was ist die Botschaft von Arno Brekers Bronzemuskeln? Eine Rundreise durch die Welt der braunen Sammler. Der unheimliche Reiz von Nazi-Kitsch
Freitag 20:10 Uhr

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